Die Beziehungen zwischen Muhammad und den jüdischen Gemeinschaften auf der Arabischen Halbinsel im 7. Jahrhundert sind geprägt von Phasen der Kooperation und des Konflikts. Aufgabe und Ziel des Dissertationsprojekts ist es, diese komplexen Dynamiken historisch und theologisch zu analysieren und ihre Bedeutung für das heutige jüdisch-muslimische Verhältnis herauszuarbeiten. Im Fokus stehen dabei die sozialen, politischen und religiösen Praktiken, die sich aus den Interaktionen zwischen Muhammad und den jüdischen Stämmen ergeben, sowie deren Rezeption in klassischen und modernen Quellen. Besonderes Augenmerk gilt der Verfassung von Medina als frühem Modell interreligiöser Koexistenz und den daraus resultierenden Spannungen, die zu den Vertreibungen jüdischer Stämme führten.
Das Promotionsprojekt verbindet historische Quellenkritik, theologische Analyse und religionspädagogische Reflexion, um die Wechselwirkungen zwischen religiösen Normen, politischen Machtverhältnissen und gesellschaftlichen Kontexten zu untersuchen. Ziel ist es, religionspädagogische Impulse für den interreligiösen Dialog und die Förderung von Toleranz und Diversität in Bildungskontexten zu entwickeln. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Versachlichung des Diskurses über jüdisch-muslimische Beziehungen und zur Entwicklung praxisnaher didaktischer Modelle für Schule und Gemeinwesen.
