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BayWISS-Kolleg Sozialer Wandel www.baywiss.de

Projekte im Kolleg Sozialer Wandel

© Joel Mott / unsplash.com

Der professionelle Blick auf das Alleinerziehen – Eine rekonstruktive Studie zu Deutungsmustern in der Wahrnehmung von SchulsozialarbeiterInnen

Das vorliegende Promotionsvorhaben greift zwei aktuell gesellschaftlich relevante Entwicklungen auf und bringt sie zueinander in Verbindung. Zum einen den demografisch zu beobachtenden Trend hin zu immer mehr Alleinerziehendenhaushalten mit seinen sozialen, ökonomischen und gesell-schaftlichen Auswirkungen und zum anderen die zunehmende Bedeutung von institutionalisierten Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe an Schulen (Schulsozialarbeit).

Der Praxisforschung Sozialer Arbeit verpflichtet, setzt sich das Vorhaben mit der Wahrnehmung des „Alleinerziehens“ durch PraktikerInnen und deren Bedeutung für die Ausgestaltung von  Schulsozialarbeit auseinander, um somit anschlussfähig an aktuelle Fragen der Professionsdebatte zur Dialektik von Theorie und Praxis (vgl. Dewe/Stüwe 2016) zu sein. Wie Fachkräfte ihr Klientel wahrnehmen, welche Zuschreibungen und Kategorisierungen sie vornehmen, hat Einfluss auf die Feststellung von Hilfebedürftigkeit und dem zur Folge, auf die Ausgestaltung von Hilfe (vgl. Michel-Schwartze 2002, S. 40). Die Arbeit mit Familien aktiviert in besonderem Maße biografische sowie gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen von Fachkräften Sozialer Arbeit (vgl. Köttig/Gah-leitner/ Kunz/Thiessen/ Völter 2014 S. 43). Angestrebt wird, Deutungsmuster, als „(…) mehr oder weniger zeitstabile und in gewisser Weise stereotype Sichtweisen und Interpretationen von Mitgliedern einer sozialen Gruppe (...)“ (Arnold 1983, S. 894) zu rekonstruieren und deren Funktionalität im Handeln von PraktikerInnen herauszustellen. Über narrative Interviews mit 21 SchulsozialarbeiterInnen und drei Gruppendiskussionen soll ein praxeologischer Zugang zu den Deutungsmustern gefunden werden. Die „Dokumentarische Methode“ nach Bohnsack (2014) ist methodologisch anschlussfähig an die Theorie von Deutungsmustern und stellt den Analyserahmen zur Rekonstruktion. Bezüglich der Fragestellung gibt es noch keine empirische Datenlage (vgl. Speck 2020, S. 168). Diese Forschungslücke zu schließen und Anreize zur weiteren theoretischen sowie empirischen Reflexion sozialarbeiterischer Praxis zu setzen, ist Anspruch dieser Arbeit.

 

Literaturverzeichnis:

Arnold

, Rolf (1983) Deutungsmuster – Zu den Bedeutungselementen sowie den theoretischen und methodologischen Bezügen eines Begriffs, aus: Zeitschrift für Pädagogik 29, S. 893 – 912, URL: nbn-resolving.de/urn:de0111-pedocs-14, Zugriff am 10.10.2020

Bohnsack, Ralf (2014) Rekonstruktive Sozialforschung – Einführung in qualitative Methoden, 9. Auflage, Verlag Barbara Budrich, Opladen/Berlin/Toronto

Dewe, Bernd/Stüwe, Gerd (2016) Basiswissen Profession – Zur Aktualität und kritischen Substanz des Professionalisierungskonzeptes für die Soziale Arbeit, Beltz Juventa Verlag, Weinheim und Basel

Köttig, Michaela/Gahleitner, Silke Birgitta/Kunz, Thomas/Thiessen, Barbara/Völter, Bettina (2014) "Ich sehe was, was du nicht siehst" - eine multiperspektivische Zusammenschau auf den Fall Faruk Zadek, aus: Köttig, Michaela/Borrmann, Stefan/Effinger, Herbert/Gahleitner, Silke Birgitta/Kraus, Björn/Stövesand, Sabine (2014) Soziale Wirklichkeiten in der Sozialen Arbeit - Wahrnehmen - analysieren - intervenieren, Verlag Barbara Budrich, Opladen/Berlin/Toronto, S. 33 – 48

Michel-Schwartze, Brigitta (2002) Handlungswissen der Sozialen Arbeit – Deutungsmuster und Fallarbeit, Leske + Budrich, Opladen

Speck, Karsten (2020) Schulsozialarbeit – Eine Einführung – 4. Auflage, Ernst Reinhardt Verlag, München/Basel

MITGLIED IM KOLLEG

seit

Cayan Rosentritt

Cayan Rosentritt

Herr Rosentritt hat an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit abgeschlossen und im Anschluss den Master „Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik“ an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin absolviert. Einschlägige Berufserfahrung sammelte er in seiner fünfjährigen Praxis als Schulsozialarbeiter in Berlin. Er ist ausgebildeter Anti-Gewalt-Trainer und ehrenamtlich für das Sozialpädagogische Institut Berlin (SPI) tätig. Neben der Promotion arbeitet Herr Rosentritt im Ganztagsbetrieb einer berliner Sekundarschule. Seine Forschungsschwerpunkte sind in der Alleinerziehendenforschung und im Bereich der Professionalisierung Sozialer Arbeit zu verorten.

Koordination

Treten Sie mit uns in Kontakt. Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Anregungen zum Verbundkolleg Sozialer Wandel.

Dr. Marcel Scholz

Dr. Marcel Scholz

Koordinator BayWISS-Verbundkolleg Sozialer Wandel

Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik
Markusplatz 3
96047 Bamberg

Telefon: +49 951 8631982
sozialer-wandel.vk@baywiss.de